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Ein Herr bearbeitet ein Taschenfeitel auf einer Drechselbank
Ein Herr bearbeitet ein Taschenfeitel auf einer Drechselbank

UNESCO Immaterielles Kulturerbe

besondere Erlebnisse mit jahrhundertlanger Tradition

© Foto: Kerstin Schnabler-Plank | Taschenfeitel auf Drechselbank im Museumsdorf Trattenbach

Besondere Erlebnisse mit Auszeichnung: UNESCO Immaterielles Kulturerbe im 360° Alpenland

Das UNESCO Immaterielle Kulturerbe bewahrt lebendige Traditionen, Bräuche und Handwerkskunst, die über Generationen weitergegeben werden. Im 360° Alpenland lässt sich dieses Kulturerbe auf besondere Weise erleben – von den kunstvoll gefertigten Mollner Maultrommeln bis zum traditionellen Sensenschmieden. Hier werden Geschichte, Handwerk und Brauchtum spürbar lebendig.

Diese einzigartigen Traditionen sind weit mehr als Zeugnisse vergangener Zeiten: Sie sind Ausdruck regionaler Identität und kultureller Vielfalt. Entdecke Orte, an denen österreichische Traditionen mit Leidenschaft gepflegt, weitergegeben und mit Stolz gelebt werden – mitten in unserer faszinierenden Kulturregion.

Mollner Maultrommeln aus nächster Nähe erleben

Im Jahr 2014 wurde die Erzeugung der Mollner Maultrommel von der österreichischen UNESCO-Kommission als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. Seit mittlerweile 400 Jahren gilt Molln als Mittelpunkt der europäischen Maultrommelproduktion, wo von generationenübergreifenden Familienbetrieben dieses einzigartige Musikinstrument in mühsamer Handarbeit hergestellt wird.

In der Erlebniswelt Maultrommel Molln kann die Produktionsstätte der Maultrommeln hautnah erlebt werden – seit 1679 in 13. Generation von der Familie Schwarz geführt. In einer einstündigen Führung bekommt man interessante Einblicke in die Manufaktur dieses traditionsreichen Instruments. Besonderes Highlight ist die Live-Präsentation eines Maultrommelstückes für jeden Besucher. Angrenzend an das Maultrommel-, Mundharmonika- und Harmonikamuseum gibt es auch einen Maultrommel Shop, in dem Besucher ein Exemplar dieser außergewöhnlichen Instrumente erwerben können.

In der Maultrommelmanufaktur der Familie Wimmer kannst du eine kostenlose Führung mit allen Sinnen erleben. Hierbei kannst du bei der Fertigung einer Maultrommel in kompletter Handarbeit zusehen sowie Interessantes über die richtige Spielweise erfahren. Sogar das Spielen auf exotischen Bambusmaultrommeln aus fernen Ländern kannst du bei diesem unvergleichlichen Erlebnis im Maultrommelmacher Molln Museum & Schaubetrieb hören.
 

Eine alte Holzkiste steht in einem Raum voller Maschinen. Daneben ist ein großes Rad sichtbar, das Teil der Ausrüstung ist.
Erlebniswelt Maultrommel der Familie Schwarz
© Copyright: Schwarz GmbH
Eine moderne Skulptur steht vor einer malerischen Landschaft mit Bergen im Hintergrund. Im Bild sind auch ein Banner und Informationstafeln zu sehen.
Maultrommelmanufaktur der Familie Wimmer
© Copyright: Wimmer-Bades

Historischer Nigloumzug in Windischgarsten

Einzigartig, traditionsreich und voller Herzblut: Der Niglo-Umzug am 5. Dezember wird nur in Windischgarsten in dieser besonderen Form gefeiert. Seit Generationen zieht das eindrucksvolle Brauchtum Einheimische wie Besucherinnen und Besucher gleichermaßen in seinen Bann – und wurde deshalb von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe Österreichs ausgezeichnet.

Im Mittelpunkt des Umzugs steht nicht das Furchterregende, sondern das Gute: der Heilige Nikolaus, begleitet von seinen treuen Begleitern, bringt Licht, Freude und Wärme in die vorweihnachtliche Zeit. Damit hebt sich der Niglo-Umzug deutlich von den vielerorts bekannten Krampus- und Perchtenläufen ab.

Stabpuppentheater Steyrer Kripperl

Auch das „Steyrer Kripperl“ ist Immaterielles UNESCO Kulturerbe. Es handelt sich um das letzte Stabpuppentheater im deutschsprachigen Raum und wird seit über 100 Jahren im Innerberger Stadl in Steyr zur Weihnachtszeit aufgeführt. Dabei dürfen die handgespielten Stabpuppen und mündlich überlieferte Texte in Steyrer Mundart nicht fehlen.

Erzeugung Trattenbacher Taschenfeitel

Der mundartliche Begriff „Feitl“ oder „Feitel“ wird im hochdeutschen als Taschenmesser bezeichnet. Das Trattenbacher Taschenfeitel ist eine besondere Form eines solchen Taschenmessers – es ist nämlich klappbar und besteht aus einer Klinge und einem gedrechseltem Holzgriff. 

Seit mittlerweile fast 600 Jahren wird dieses typische „Feitel“ im oberösterreichischen Trattenbach manuell und mit akribischer Hingabe gefertigt. Der Einsatz des Taschenfeitels ist vielfältig: als Jausenmesser, zum Schnitzen, beim Schwammerlsuchen oder einfach als Souvenir oder Schlüsselanhänger. Für die Herstellung sind genaue Kenntnisse über Material sowie Erfahrung im Umgang mit Stahl, Holz und Wasserkraft notwendig.

Handwerkskunst Sensenschmieden

Das österreichische Sensenschmieden wurde 2013 als traditionelles Handwerk ins UNESCO Kulturerbe aufgenommen. Auf dem Gelände der 1966 stillgelegten „Sensenschmiede am Gries“ in Micheldorf aus dem 16. Jahrhundert wurde 1978 das OÖ. Sensenschmiedemuseum errichtet. 

Berühmtheit erlangte die sogenannte "Gradn-Werkstatt" durch die hervorragende Qualität der erzeugten Sensen, die mit ihrem eigenen Markenzeichen – ein Kelch mit Hostie – beschlagen wurden. Caspar Zeitlinger galt im 19. Jahrhundert als größter und wichtigster Sensenfabrikant der Monarchie und hat dem Traditionshandwerk zu weitreichender Bekanntheit verholfen.

UNESCO Weltnaturerbe: alte Buchenwälder

In unserer Region befindet sich Österreichs erstes UNESCO Weltnaturerbe: die alten Buchenwälder im Nationalpark Kalkalpen. Anders als das immaterielle Kulturerbe schützt das Weltnaturerbe die ursprüngliche Natur und ihre wertvollen Ökosysteme.

Auf rund 5.250 Hektar erstrecken sich ursprüngliche Wälder mit bis zu 250 Jahre alten Bäumen, in denen tausende Tier-, Pflanzen- und Pilzarten einen geschützten Lebensraum finden.

 

Wissenswertes zum UNESCO Immaterielles Kulturerbe

Immaterielles UNESCO Kulturerbe schützt gelebte Traditionen – also Wissen, Handwerk, Rituale und Bräuche. Im 360° Alpenland sind es Fertigkeiten wie die Maultrommel- und Sensenherstellung oder das Steyrer Kripperl, die Identität stiften und weitergetragen werden.

Zum anerkannten Kulturerbe zählen unter anderem die Maultrommel-, Sensen- und Taschenfeitelerzeugung sowie das Steyrer Kripperl und der Nigloumzug. Sie stehen für oberösterreichische Handwerkskunst und lebendige Volkskultur.

Die 1.000-jährige Stadt Steyr gilt als Architekturjuwel mit historischem Stadtplatz und Bürgerhäusern aus verschiedenen Epochen. Gleichzeitig ist sie eng mit der Eisenverarbeitung und traditionellen Handwerksberufen verbunden.

Entlang der Flüsse Enns, Steyr und Krems prägt Handwerk seit Jahrhunderten die Region. In Werkstätten, Museen und bei Führungen wird sichtbar, wie aus Metall, Holz und Draht langlebige Produkte entstehen.

Weil nicht nur Bauwerke, sondern auch Wissen bewahrt werden soll. Das immaterielle Kulturerbe würdigt Fertigkeiten und Rituale, die Gemeinschaft schaffen und regionale Identität stärken.

Zwischen der Bergwelt zwischen Pyhrn und Priel, den Wäldern im Nationalpark Kalkalpen und den Flusstälern rund um Steyr entstand jenes Handwerk, das heute als Kulturerbe gilt. Landschaft und Können sind hier seit jeher verbunden.

Weil sich im Herzen Oberösterreichs Natur, Stadt und Handwerk auf engem Raum verbinden. Zwischen Altstadtgassen, Werkstätten und Bergkulisse entsteht ein Kulturraum mit Tiefe.

Ja. Viele Museen und Themenwege – etwa rund um das Feitelmacher-Tal – machen Geschichte anschaulich und verständlich. Kultur wird hier greifbar.

Detaillierte Informationen bieten die Tourismusbüros sowie die offizielle Website des 360° Alpenland mit aktuellen Veranstaltungen und Hintergrundgeschichten.